Wer geziehlt Züchten möchte, solllte die Maulbrütenden Weibchen vorsichtig in ein separates Becken überfühen. Wenn sie behutsam behandelt werden, ist die Gefahr, das Eier oder Larven ausgespuckt werden, relativ klein. Gerade Mbunas stehen in dem Ruf, das man Brütende Weibchen mit der Hand in den Keller tragen kann, ohne auch nur ein Ei zu verlieren.
Während der Tragezeit frisst das Weibchen nicht oder nimmt nur kleinste Nahrungspartikel auf, die vorsichtig über die Brut hinweg geschlürft werden. Im gegesatz zu vielen Nicht-Mbunas pflegen Felsencichliden ihre Jungtiere nach dem ersten Freisetzen nicht mehr lange. Nur des nachts und bei vermeintlicher Gefahr sammelt das Weibchen die Jungtiere noch ein. Es kommt auch häufig vor, das die Jungtiere garnicht mehr beachtet werden sobald sie das Mütterliche Maul einmal verlassen haben. In jedemfall sollte man das Weibchen nicht sofort ins Zuchtbecken zurück setzen, sondern einige Tage separat halten, damit es wieder zu kräften kommt. Auch versteht es sich von selbst, dass das Weibchen nach dreiwöchiger fastenzeit nicht sofort mit Futter vollgestopft, sonder behutsam angefüttert wird.
Problematisch wirkt sich mit unter die Wiedersehensfreude des Männchens aus. Wennd das Männchen nur ein Weibchen hat, wird es sich voll auf seine Geschlechtsgenossin konzentrien und diese bis zur erschöpfung jagen. In kleineren Becken ist es manchmal unumgänglich, das Männchen für einige Tage zu entfernen, bis sich das Weibchen eingelebt hat. Aber das ist glücklicherweise nicht der Regelfall. In einem gut besetzten Becken werden derartige probleme vermieden.
Quelle Aquaristik aktuell 01-02/2000 Text von: Andreas Spreinat