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Wasserwerte zu kennen ist vorteilhaft

Das Wasser des Malawisees ist warm 24-28°C, weich 4-6° dGH und relativ mineralienarm. Trotsdem weist es einen hohen (alkalischen) pH-Wert von etwa 7,8 bis 8,3 auf. Ursache hierfür ist sogenanntes Alkaligestein im Untergrund. Nicht auszurotten ist offenbart der Irrglaube, Malawisee-Cichliden benötigen hartes Wasser. Hintergrund hierzu ist wohl, dass in Deutschland Wasser im hohen pH-Werten häufig in Verbindung mit großen Härtegraden einhergehen. Um es kurz zu machen: Nach vielfältigen langjährigen Erfahrungen ist offensichtlich, dass für das Wohlbefinden dieser Buntbarsche die Wasserhärte (im Rahmen der meisten Leitungswasser) keine entscheidene Rolle spielt.

Viel wichtiger ist dagegen der pH-Wert, der nicht unterhalb von 7,5 liegen sollte. Optimal ist der genannte Bereich von 7,8 bis 8,3. Bei pH-Werten von 7,0 oder kleiner sind meist eindeutige Anzeichen von unwohlsein erkennbar. Die Fische klemmen die Flossen und schaukeln. Jetzt ist es höchste Zeit, Abhilfe zu schaffen. Von den übrigen Wasserparametern sind die Sitckstoffverbindungen hervorzuheben, nämlich Ammonium sowie insbesondere Nitrit und Nitrat. Der Nitritgehalt sollte immer kleiner 0,1 mg/l sein, am besten kleiner 0,05 mg/l. Höhere Nitritwerte (0,1 bis 0,3 mg/l), die bei frisch eingerichteten Becken schon einmal vorkommen können, führen unmittelbar zu Unwohlsein der Fische (s.o.), häufig sogar in Verbindung mit dem Auftreten von Hautparasieten.

In eingefahrenen Becken funktionieren die Filter meist so gut, das Nitrit nicht nachweisbar ist, bzw. nur in vernachlässigbaren Konzentrationen. Gleiches gilt auch für Ammonium. Während Bakterien im Filter als nützliche Helfer Ammonium zu Nitrit und das Nitrit dann zu Nitrat oxidieren, also für eine Entgiftung sorgen, häuft sich Nitrat im Aquarium an. Nitart stellt die Höchste Oxidationsstufe des Stickstoffes dar. Durch die üblichen Filter lässt sich Nitrat nicht entfernen. Stickstoff wird ständig mit dem Futter eingebracht und häuft sich somit Aquarienwasser an. Gemäß der Deutschen Trinkwasserverordnung darf Trinkwasser maximal 50mg Nitrat/l enthalten. In Aquarien sind vielfach Werte um 100 bis 200 mg/l an der Tagesordnung. Nach eigenen Erfahrungen zeigen Mbunas bei diesen Werten noch keine erkennbaren Beeinträchtigung. Trotzdem solllte man auch hier für die niedrige Werte sorgen.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Nitratgehalte zu senken:

  • Erstens, man hält nur sehr wenig Fische und sorgt für ein starkes Pflanzenwachstum: Pflanzen nehmen Nitrat auf. Durch regelmäßiges Auslichten der Tiebe wird indirekt Nitart entfernt. In der Praxis ist dies aber nicht realistisch, da die meißten Becken zu Frischlastig sind und außerdem die Pflanzen nicht schnell Wachsen, das Wöchentlich eine genügend große Pflanzenmasse entnommen werden kann.
  • Was als zweite möglichkeit bleibt, ist der bewähret Wasserwechsel nach guter alter Väter Sitte. Dabei werden auch gleich andere unerwünschte Stoffe wie beispielsweise die sogenannten Gelbstoffe mit entfernt. Je nach Besatz sollte man mindestens alle zwei Wochen etwa ein Drittel austauschen, besser sogar Wöchentlich. In stark besetzten Becken, zb. bei der Aufzucht von Jungfischen, erreicht man mit einen Wöchentlichen Austausch von mindesten 50% beste Wachstumsbedingungen. Man sieht es den Fischen ganz einfach an, dass ihnen ein Wasserwechsel gut tut. Farbenpracht und Aktivität steigen unverkennbar an.

Quelle Aquaristik aktuell 01-02/2000 Text von: Andreas Spreinat

 
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